Workshop: Rechtliche Stolpersteine in Social Media

Rechtliche Stolpersteine aus der Social Media Praxis 800

Hier die Nachlese zu meinem Vortrag: „Rechtliche Stolpersteine in Social Media“ mit Johannes Kerbl aus der bekannten Rechtsanwaltskanzlei „Zanger bewegt„. Der am 30.Oktober 2019 wieder in der Wirtschaftskammer Wien abgehalten wird. Wir hoffen auf eine monatliche Fortsetzung 🙂

Die tägliche Social Media Flut

Durch Facebook, YouTube, Instagram & Co. kann heute jeder immer und überall Inhalte produzieren, senden und empfangen – also genau das, was noch vor wenigen Jahren das Privileg großer Medienhäuser war. Mit wenigen Klicks stehen täglich Texte, Bilder und Videos (auf Facebook pro Tag 250 Mio) für viele sichtbar und freiwillig bereit gestellt, zur Verfügung. Auf YouTube werden rund 100 Stunden Videomaterial pro Minute hochgeladen. Urheberrechtliche Folgen werden nicht jedes Mal beachtet und der Datenschutzrecht, Urheberrecht und andere rechtliche Vorschriften bleibt teilweise auf der Strecke.

Rechtliche Gefahrenquellen beim Social Media Marketing

Workshop „Rechtliche Stolpersteine aus der Social Media Praxis“

Sie wollen Social Media Marketing zur Kundengewinnung nutzen? Die rechtlichen Gefahren und Stolpersteine aus der Praxis kennen Sie aber nicht? Dann sind Sie bei diesem Workshop genau richtig.

Sie erfahren, wie Sie Soziale Netzwerke gezielt für Ihr Unternehmen einsetzen, ohne dabei gegen geltendes Recht zu verstoßen.
Soviel vorweg: Mit den richtigen, praxisorientierten Tipps ist das mit Sicherheit zu schaffen!

Folgende Themen werden im Mittelpunkt vom Gespräch zwischen den beiden Experten stehen:

  • Welche sozialen Netzwerke werden von den meisten Unternehmen genutzt?
  • Wie nütze ich die sozialen Netzwerke ohne rechtliche Probleme zu bekommen?
  • Welche Inhalte darf ich im WWW posten? Wo lauern die Gefahren?
  • Was sind die Konsequenzen eines Rechtsverstoßes im Internet?
  • Wie reagiere ich – wenn etwas passiert – richtig?

Anhand konkreter Beispiele aus der Praxis werden die Themen verständlich erklärt. Für konkrete Fragen zu Ihrem Unternehmen stehen die Vortragenden selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Ihre Expertin

Mag.Natascha Ljubic, BSc

Frau Ljubic ist seit 2004 Unternehmensberaterin, Trainerin, Lehrbeauftragte und Vortragende zu Social Media Themen in Österreich. Sie weiß, wovon sie spricht: Sie nutzt täglich und mit großer Leidenschaft soziale Medien, wie Facebook, Instagram, Linkedin, Google, YouTube, Xing, Twitter & Co für ihren eigenen Markenaufbau. Durch Ihre persönlichen Erfahrungen mit Online Netzwerken – immerhin hat sie mehr als 20.000 ZuhörerInnen – unterstützt Sie Unternehmen bei der Erreichung ihrer strategischen Social Media Ziele.

Ihr Experte

Ing. Johannes Kerbl, LL.M(WU)

Johannes Kerbl ist Rechtsanwalt für Medien- und Urheberecht in Wien. Gemeinsam mit dem Team von „zanger-bewegt“ arbeitet er regelmäßig mit UnternehmerInnen, die Social Media professionell nützen wollen, ohne dadurch in rechtliche Probleme oder gar Gerichtsverfahren zu geraten. Sein Leitsatz: „Vorher Nachfragen erspart zumeist Zeit und Geld!“
www.zanger-bewegt.at

Veranstaltungsort

Wirtschaftskammer Wien
Straße der Wiener Wirtschaft 1
1020 Wien

Anmeldung

Veranstaltung am 30.10.2019 15:00-17:00 

https://www.wko.at/service/Veranstaltung.html?id=63ecfc85-64d0-465a-a9b2-f1a9b877f361

Video zu den rechtlichen Stolpersteinen

Die erste Veranstaltung in der Wirtschaftskammer war von mehr als 15 Teilnehmern gut besucht. Hier die Eröffnung von Herrn Mondschein, dem Leiter:

Video vom Juni 2019 beim Start

Werbung in Social Media

Wo viele Leute auf Facebook, Instagram, Linkedin & Co ins Fettnäpfchen treten ist mit ihren gut gemeinten Beiträgen mit „werblichen Charakter“. Jede Form von Werbung in den sozialen Medien muss als solche für den Betrachter erkennbar sein. Das ergibt sich der Kennzeichnungspflicht, deren Grundlage das § 26 Mediengesetz ist. Sofern man die Entgeltlichkeit nicht ausschließen kann, sind diese Beiträge als „Anzeige“, „entgeltliche Einschaltung“ oder „Werbung“ zu kennzeichnen. Ein Influencer, der in den sozialen Medien ein geschenktes Produkt eines Unternehmens befürwortet, kann schon darunter fallen.

Mediengesetz und Wettbewerbsrecht

Werden Kooperationen zwischen Meinungsführern und Unternehmen nicht entsprechend gekennzeichnet, kann durch das Mediengesetz die Verhängung einer Verwaltungsstrafe stattfinden. Auch ein Verstoß des Wettbewerbsrechts und dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) können schnell vorliegen. Das würde Unterlassungs- auch Schadenersatzansprüche nach sich ziehen und dies ist kleinen Unternehmen nicht immer bewußt.

Irreführende Geschäftspraktiken

Das UWG sanktioniert irreführende Geschäftspraktiken, wozu auch die Veröffentlichung von als Information getarnter Werbung zählt. Bei dieser werden scheinbar redaktionelle Inhalte präsentiert, die aber von einem Unternehmen zum Zweck der Verkaufsförderung bezahlt wurden. Die Sanktionierung richtet sich hier nicht gegen den Medieninhaber, sondern gegen das Unternehmen, das den Beitrag in Auftrag gegeben hat.

Hashtag #Werbung genügt nicht

Es liegt eine irreführende Geschäftspraktik vor, wenn der Influencer-Beitrag seinen kommerziellen Zweck nicht hinreichend kenntlich macht und somit geeignet ist, einen Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte. In manchen Fällen werden jedoch Produkte beworben, ohne dass dafür ein Entgelt bezahlt wurde. „Taggt“ der Influencer beispielsweise die Marken seines selbst gekauften Outfits, stellt sich die Frage, ob auch dies eine Kennzeichnungspflicht auslöst. Österreichs Höchstgerichte haben bisher noch keinen Fall des Influencer-Marketings behandelt. Jedoch könnte auf Basis einer OGH-Entscheidungaus 2016 (4 Ob 60/16a) durchaus gegen eine Kennzeichnungspflicht für unentgeltliche Beiträge argumentiert werden.

Rechtliche Stolpersteine in Social Media
Rechtliche Stolpersteine in Social Media

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